Kinder- und Jugendliteratur/Literatur

DIE REISE ZUM MITTELPUNKT DES WALDES Finn-Ole Heinrich

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Eine Reise wohin? Na in den Wald, da wo es dunkel und düster ist, da wo die wilden Tiere wohnen und natürlich der Reuber. Der Ich-Erzähler in Finn-Ole Heinrichs Reuberroman reist in den Wald, zum Mittelpunkt. Dort will er etwas Wichtiges lernen. Vom Meister allen Könnens und Beherrschens – dem Reuber.

Dabei kann der Ich-Erzähler eigentlich viele Dinge. Spielanleitungen übersetzen zum Beispiel, oder Lasagne machen. Aber alles kann er eben nicht, bei Weitem nicht. „Schwachbrot“ nennt ihn sein Schwiegervater manchmal und „Schwabbelbärchen“. Genau, Schwabbelbärchen! Vielleicht hängt das mit der überaus großen Vorliebe für Gummibärchen zusammen, die der Ich-Erzähler hegt. Mit Gummibärchen kennt er sich hervorragend aus. Mit verschiedensten Sorten und wie man sie am besten kombiniert, um eine ausgewogene Mahlzeit herzustellen. In einer Sache kennt er sich dafür aber gar nicht aus. Im Vater werden. Das Problem an der Sache: Er wird Vater. In fünf Wochen schon wird Krümelchen auf die Welt kommen. Und wie kann man bitte in nur fünf Wochen lernen, ein Vater zu sein, noch dazu, wenn man selbst nie einen hatte? Ziemlich verzwickte Lage! Eigentlich, denkt er, gibt es da nur eine Lösung. Er muss in den Wald und den Reuber suchen. Denn der Reuber kennt sich aus in den grundlegenden Dingen des Lebens. Mit Nahrungssuche und mit Feuer machen, mit Fische fangen und mit Lager bauen. Die beste Vaterschafts-Vorbereitung lautet also: Vom Reuber lernen. Ein Praktikum beim Reuber absolvieren sozusagen. Einstiegstermin jetzt und dann erst mal unbefristet. Denn vor Problemen weglaufen, das gilt jetzt nicht mehr. Okay, das eine Mal in den Wald laufen noch, aber das ist etwas anderes..

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Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes ist die Reise eines angehenden Vaters zur eigenen Angst, zur eigenen Überforderung. Krümelchens Vater verstrickt sich in flechtenbehangenen Waldhängen, taucht so tief in Waldseen, dass er glaubt, nie wieder an die Oberfläche zu gelangen und leidet Hunger, bis er fast umkippt. Er geht an seine Grenzen, traut sich Sachen, von denen er nie dachte, dass er sie sich je trauen könnte. Und mit dem Reuber läufts ganz gut. Zwar gilt: »Ein Reuber gefühlt nicht in der Welt herum«, aber zumindest ein winziges Fensterchen öffnet der Reuber für ihn und die beiden werden so etwas wie Freunde.

Doch irgendwann, nach Monaten um genau zu sein, spürt Krümelchens Vater, dass es Zeit ist zu gehen. Denn Krümelchen ist wahrscheinlich schon längst auf der Welt.
Was das Praktikum Krümelchens Vater gebracht hat? »Er kennt jetzt seine Sorgen, Ängste und Stärken. Das ist neu und das ist gut.«


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Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes. Geschrieben von Finn-Ole Heinrich und illustriert von Ran Flygenring. 184 Seiten. Erschien 2018 im mairisch Verlag.

2 Kommentare zu “DIE REISE ZUM MITTELPUNKT DES WALDES Finn-Ole Heinrich

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