Literatur

BÜCHER VERSCHENKEN

GEGENWARTSLITERATUR-8.jpg

Bücher verschenken ist schön und außerdem auch etwas für Kurzentschlossene. Selbst wenn ein Buch im Buchladen nicht vorrätig ist, kann es in der Regel nach einer Bestellung am nächsten Tag oder in den nächsten Tagen abholbereit sein. Geordnet in vier Kategorien habe ich Bücher zusammen gestellt, die ich gelesen habe und empfehlen kann.

Die Bücher habe ich bewusst keinen Zielgruppen zugeordnet – ich denke und erlebe, dass das meistens nicht funktioniert.  Dass Leseinteressen so unterschiedlich und individuell sind, wie Menschen individuell und nicht kategorisierter sind.
Aber wie das richtige Buch für die zu beschenkende Person finden?
Fragen, die man sich vor einem Buchgeschenk stellen könnte:

  • Grundlegend: Liest die Person gerne, die ich beschenken möchte? Wenn nicht – vielleicht wird dann auch dieses EINE Buch sie nicht zu einer begeisterten Leserin/einem begeisterten Leser machen. Vielleicht hat das auch schon mit dem letzten EINEN Buch nicht funktioniert?
  • Auswahl: Was liest die Person gerne? Romane? Lyrik? Kurzprosa? Genreliteratur?Für zu Beschenkende mit keinem festgelegten Literaturgeschmack kann auch ein Nachdenken über Themen oder Eigenschaften des Buches helfen: Vielleicht hat die Person eine Affinität für Papier und Gestaltung und freut sich über ein besonders hübsches oder unkonventionell gestaltetes Buch? Vielleicht interessiert sie sich aber auch für ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Zeit?
  • Eingrenzung: Wie viel Leseausdauer hat die Person? Es gibt Menschen, die sehr langsam lesen, abends zehn Seiten im Bett ist für die zu beschenkende Person schon eine Menge? Dann sollte man vielleicht nicht zum 500 Seiten Roman greifen.

GEGENWARTSLITERATUR-3

 Zwei Bücher, die frisch und anders sind und mir sehr viel Lesespaß bereitet haben sind

Eine Buchbesprechung zu „Das kalte Jahr“ findet ihr Hier.

Das haben sie gemeinsam: Sie bauen eine Welt, die zwischen Surrealismus und Realität zu schweben scheint. Sie spielen mit Fragen nach Wahrnehmung, dem Phantastischen und dem Unheimlichen.


GEGENWARTSLITERATUR-4.jpg

„Blendung Rückkehr Kiesel Anfang Welt. Unsere Rede an die Geliebte ist: Nichts ist sagbar. Blendung Rückkehr Kiesel Anfang Welt. Alles ist sagbar. Wenn wir weit davon zurück treten ist das Gemeinte die Stille und die Gleichzeitigkeit. Wir treten weit davon zurück.“ (Aus: An die ferne Geliebte (1), Peter Waterhouse: passim)

  • In „passim“ wird die Sprache reflektiert, ausgetestet, ausgelotet. Klänge schieben sich vor Bedeutungen. Für mich ist „passim“ ein Ansatz Grenzen der Sprache auszuloten und der Versuch diese Grenzen zu überschreiten – mit Sprache. Aber ohne diese an konventionelle Regeln zu binden, sie eher zu entbinden und frei zu lassen, zu schauen was passiert.
  • Ein Lyrikband, der nicht ganz aktuell ist (1986 erschienen) mich aber nach wie vor fasziniert.

„wir blättern einander bilder zu wir dichten
räume uns darin zu bewohnen wir werfen
unsere schatten ins lot wir schnüren blicke“ (Aus: wir. der charakter der landschaft V, Daniela Seel: ich kann diese stelle nicht wiederfinden)

  • In den Gedichten von Daniela Seels Debüt „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“ wird die Sprache dort ausgelotet, wo sie entsteht und wo sie sich bewegt: Im Raum und im Körper. Im Vergleich zu Peter Waterhouse kommen mir diese Gedichte greifbarer vor. Das mag an eben jenen Konstanten (Raum und Körper) liegen, die sich durch die Gedichte ziehen und ein Gefühl von Verortbarkeit erzeugen.

GEGENWARTSLITERATUR-6.jpg

Auch Theatertexte lassen sich lesen. Besonders solche, die von vornherein in einer prosaischen, erzählerischen Form daher kommen.

Peter Handkes „Immer noch Sturm“ erzählt in einer feinen, schönen Sprache eine Familientragödie, die sich in Szenen und Erinnerungsbildern entspinnt.

  • „Eine Heide, eine Steppe, eine Heidensteppe, oder wo. Jetzt, im Mittelalter, oder wann. Was ist da zu sehen? Eine Sitzbank, eine eher zeitlose, im Mittelgrund, und daneben oder dahinter oder sonst wo ein Apfelbaum, behängt mit etwa 99 Äpfeln, Frühäpfeln, fast weißen, oder Spätäpfeln, dunkelroten.“ (Peter Handke: Immer noch Sturm)

Auch Christa Wolfs „Medea. Stimmen“ ist kein konventioneller Theatertext, erzählt er doch nicht in Dialogen, sondern in sich abwechselnden Monologen (Stimmen). Dieser Aufbau bringt den mythologischen Stoff sehr nah. Man betrachtet ihn aus verschiedenen Blickwinkeln, aus den Augen der Figuren.

  • „Es ist nämlich so: Entweder ich bin von Sinnen, oder ihre Stadt ist auf ein Verbrechen gegründet.“ (Christa Wolf: Medea.Stimmen)

 


GEGENWARTSLITERATUR-7.jpg

Von einem Literaturzeitschriften-Abo hat die Beschenkte oder der Beschenkte das ganze Jahr etwas. Zeitschriften wie die BELLA triste oder die Edit enthalten Kurzprosa, Essays, Lyrik und Dramen- oder Romanauszüge. Der Fokus liegt dabei meist auf der jungen deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Sowohl die BELLA triste als auch die Edit erscheinen drei mal im Jahr.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s