Literatur

PROSANOVA | 17 – Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur

 

PROSANOVA | 17 stellte Fragen nach »MATERIAL, PROZESS und PROTOKOLLEN« und lud ein zu einem Diskutieren über Arbeitsweisen und Schreibprozesse, zum Rezipieren und Hinterfragen von Literatur und Literaturbetrieb und zum Erfahrungsaustausch unter Lesenden und Schreibenden.

Von Donnerstag bis Sonntag trafen sich auf dem Festivalgelände in der Nordstadt Hildesheims Literaturschaffende und Literaturinteressierte. Monate lang planten und organisierten die Künstlerische Leitung (Helene Bukowski, Marina Schwabe, Ole Schwabe, Tatjana von der Beek und Zoë Martin) zusammen mit einem Team von Studierenden des Literaturinstituts Hildesheim, das Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Mit PROSANOVA | 17 ging das alle drei Jahre stattfindende Festival bereits in die fünfte Ausgabe. Die Künstlerische Leitung arbeitete nach dem Prinzip „am Beispiel | 17“, betonte damit die unzähligen Möglichkeiten das Festival zu gestalten und legte den Fokus auf Beteiligte und deren diverse Einflüsse. PROSANOVA | 17 als ein Event, das durch diese Diversität zu dem wurde, was es war. 

Von Diversität war auch das Programm geprägt. Die Formate gingen weit über die klassische Wasserglaslesung heraus: Workshops, Szenische Lesungen, Konzerte und Installationen. Was auffiel war vor allem die Menge an Diskussions- und Gesprächsformaten, die es sich zum Ziel setzten nicht nur eine junge Literatur abzubilden, sondern diese in ihrem Kontext und vor dem Hintergrund eines literarischen Betriebs zu betrachten und zu hinterfragen. PROSANOVA | 17, das war weit mehr als ein Konsumieren, das war vor allem ein Nachdenken über das Material und über Prozesse, über Hintergründe und über Kontexte.

Auch wenn das Festival vor allem von der jungen Literaturszene und dem Betrieb nahe stehenden Personen besucht wurde, lies sich dem Festival keinesfalls vorwerfen es drehe sich nur um literarische Werke an sich. Ganz im Gegenteil, PROSANOVA|17 versuchte offen zu legen und Einblicke zu gewähren. Es waren Formate wie die Videotext Performance von Maren Kames, oder das Gespräch zwischen Anke Stelling und der Dramaturgin Daniela Plügge, die einen Schritt zurück traten, die sich dem Prozess widmen und der Frage nach Entstehung und Arbeit an Literatur.

Mit dem Ingebach-Borgmann-Preis verlieh eine Jury am Freitag einen Literaturpreis für den besten Literaturpreis und in der Eisenhalle redeten Tilman Strasser und Anke Stelling mit Litradio über Zahlen, Geld und die Künstlersozialkasse.

„PROSANOVA ist ein Festival, dass sich jedes Mal neu erfinden muss“ heißt es auf der Festival-Website. Neue erfinden, weil alle drei Jahre eine andere künstlerische Leitung das Festival ausrichtet, weil alle drei Jahre ein neuer, gegenwärtiger Blick auf die Gegenwartsliteratur geworfen werden soll. Der Blick, den PROSANOVA | 17 auf die junge Literatur warf, ist direkt, offen und aufschlussreich.

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2 Kommentare zu “PROSANOVA | 17 – Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur

  1. Pingback: Impressionen vom Prosanova 2017 | Frank O. Rudkoffsky

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